Nr. 5


Wenn Sie diese hier vorliegende fünfte Nummer unserer Zeitschrift «Seelsorge & Strafvollzug» zur Hand nehmen und das Inhaltsverzeichnis betrachten, sehen Sie wie wichtig es ist, dass sich Gefängnisseelsorgende in ihrer Arbeit mit juristischen Fragen vertraut machen.

Im ersten Artikel dieser Zeitschrift thematisieren Prof. Dr. Regina Aebi-Müller und Luca Oberholzer unter der Überschrift: «Das Seelsorgegeheimnis im Strafvollzug» genau dies, und sie tun es im Bewusstsein, dass das Seelsorgegeheimnis ein wichtiges Gut besonders in der Seelsorge mit Strafgefangenen ist. Basis jedes seelsorglichen Tuns ist Beziehung, die auf Vertrauen aufgebaut ist. Dieser allgemeine Grundsatz hat besonders in der Arbeit mit Gefangenen seine Bedeutung. Nur wenn gewährleistet ist, dass Vertrauenswürdiges vertrauensvoll behandelt wird, kann im Strafvollzug eine seelsorgliche Begleitung statt- finden. Anhand von Fallbeispielen machen Prof. Dr. Aebi-Müller und Luca Oberholzer deutlich, dass von Seelsorgenden im Strafvollzug neben feinem Fingerspitzengefühl auch fundiertes Wissen in rechtlichen Dingen gefordert ist.

Im zweiten Artikel «Seelsorge und Recht» beschreibt Dr. Tobias Müller-Monning, wie sich Seelsorge und Recht zueinander verhalten. Nach Müller-Monning hat das Verhältnis von Seelsorge und Recht in Institutionen, wie z. B. dem Gefängnis, vor allem praktische Bedeutung. Rechte und die aus ihnen entstehenden Verordnungen und Verfugungen ermöglichen oder verhindern Zugange und Teilhabe der Seel- sorgenden und Klient*innen, so der Autor dieses Artikels.

Der dritte Beitrag dieser Ausgabe «Die katholische Gefängnisseelsorge in der DDR» entstammt der Feder von Dr. Martin Fischer. Seine Arbeit wird 2021 als Buch erscheinen. Es ist eine Auseinandersetzung mit der katholischen Gefängnisseelsorge in der sowjetbesetzten Zone und der DDR. Es handelt sich hierbei um eine spannend zu lesende, kirchenhistorische Arbeit, die erkennen lässt, was mit Gefängnisseelsorge in autoritären Regimen geschieht. «Die katholische Gefängnisseelsorge in der DDR» ist eine Pionierarbeit. Wir freuen uns auf das Buch!

Im vierten Beitrag stellt Dr. Frank Stüfen seine Promotionsarbeit «Freiheit im Vollzug» vor.

Den Artikel von Samuel Buser, eine Reaktion auf den Artikel unseres Herausgebers aus Heft 4 zu einem Bundesgerichtsentscheid, finden Sie auf unserer Webseite www.seelsorgeundstraf- vollzug.ch. Wir freuen uns, wenn Sie diesen auch zur Kenntnis nehmen.

Das Redaktionsteam mochte sich für all die Rückmeldungen bedanken, die bei ihm eingegangen sind. Wenn Sie eine Spende zur Finanzierung der Zeitschrift beitragen wollen, finden Sie die Angaben auf der letzten Seite im Impressum.
Die Redaktion wünscht ein anregendes Leseerlebnis!


Freundlich grüsst

Christoph Rottler, Redaktion